Hallo zusammen,
der Vortragsmix auf der IHK-Veranstaltung in Bielefeld hätte nicht besser sein können. Tomi Engel glänzte wieder mit seiner Leidenschaft (ich hatte ihn ja schon mal in Berlin erlebt), die er in seinem hervorragend recherchierten und informativ wohl dosierten Vortrag zum Besten gab. Übrigens, was die Vortragstechnik (Aufbau der Beamer-Folien) anbelangt, so bewegt sich Tomi Engel auf höchstem Niveau. Selten erlebt man es, dass das gesprochene Wort inhaltlich so passgenau von den sich synchron aufbauenden Folien begleitet/unterstützt wird. Absolut klasse. In der kurzen Diskussion glänzte Tomi übrigens auch dadurch, dass er auch auf kritische Fragen schnell und inhaltlich prägnant antwortete. Die Zukunft gehört also ganz klar dem Elektromobil und Deutschland täte gut daran, das besser eher als später zu erkennen. So lässt sich der Vortrag von Tomi Engel wohl am besten zusammen fassen; auch, wenn das jetzt stark verkürzt dargestellt ist.
Das schiere Gegenteil von Tomi Engels Vortrag war jener von der Energie Agentur NRW. Ein älterer, fast etwas müde daherkommender Referent mit ziemlich überladenen (typisch!) Folien. Wenn ich das Thema an sich nicht so interessant gefunden hätte, wäre ich fast eingeschlafen. Natürlich wurden hier und da Details aufgezeigt, die es zu beachten gibt, aber doch nicht in so einem Maße. Für mich hatte der Vortrag etwas von „Was du heute nicht kannst besorgen, dass verschiebe halt auf Morgen!“ oder „Mit ein bisschen Feinschliff bzw. Optimierung des Herkömmlichen brauchen wir in der Mobilität auf nichts zu verzichten!“ Die Energie Agentur stellte quasi ihr Rezept vor, wie man es möglichst bequem allen Marktteilnehmern Recht machen kann. Unglaublich! Immerhin bot sie an, dass man sich bei ihr einbringen kann, da sie sich bewusst sind, dass das alles noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Der Referent von der Energie Agentur machte in einem persönlichen Gespräch am Ende der Veranstaltung einen äußerst offenen Eindruck, was meinen anfangs schlechten Eindruck deutlich relativierte.
Die Brücke zwischen beiden Lagern, also zwischen den E-Mobil-Fanatikern und den So-wie-bisher-nur-ein-bisschen-besser-Agierenden, baute dann schließlich Herr Hofer von der Uni Bielefeld, der recht neutral harte und einleuchtende Fakten kurzweilig präsentierte.
Schade, dass im Plenum so wenig Raum für Diskussion/Vertiefung blieb.
Alles in allem lieferte dieser Nachmittag wahnsinnig interessante und anregende Infos:
z.B.
„Leute, die die Erdölverknappung mit Hackschnitzel oder Pellets als Ersatz lösen wollen, haben das Problem nicht verstanden.“
„Wasserstoff ist Energieverschwendung!“
„Schweden will 2020 unabhängig vom Öl sein!“
„Unter den 5 größten Batterieherstellern sind 3 Chinesen und 2 Japaner!“
An dieser Stelle kann ich wohl nur aus einem Buch von Carl Amery und Hermann Scheer zitieren:
„Die Weltenergiekrise tobt, und wir wechseln die Glühbirnen aus“
Sonnige Grüße
HöMi
PS. Wer sich übrigens für das Thema weiter interessiert, der hat am 26.6. Gelegenheit auf dem Ruhr Symposium 2008 in Dortmund, sich über all diese Themen hautnah und aktuell zu informieren:
Auf dem Symposium wird es auch Gelegenheit geben, aktuelle Fahrzeuge zu besichtigen bzw. Probe zu fahren.