Hartmuts Seiten

News Lokal / Anröchte 15.11.2008
Schnittiger Straßenflitzer fährt mit Strom statt Sprit

Elektromobil von Hartmut Pfeiffer sorgt für Aufsehen auf heimischen Straßen. Der Uelder schützt mit seinem Fahrzeug die Umwelt und spart bares Geld

UELDE   Kleines Fahrzeug, großes Aufsehen: Wenn Hartmut Pfeifer aus Uelde mit seinem schnittigen blauen Straßenflitzer unterwegs ist, dann drehen sich die Leute nach seinem fahrbaren Untersatz ebenso um wie nach einer Harley oder einem Ferrari. Dabei ist das wichtigste Merkmal seines etwas futuristisch anmutenden Fahrzeugs auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Das Geheimnis steckt nämlich hinter dem Kunststoff: Statt mit herkömmlichem Benzin wird das 200-Kilo-Leichtgewicht mit Strom angetrieben.Statt einem Verbrennungsmotor mit Abgasanlage und Tank braucht er nur einen kleinen Elektromotor und Batterien. Und weil die Akkumulatoren, zum Beispiel 48 Volt stark, selbstverständlich wiederaufladbar (Stichwort: Ökostrom und alternative Energie!) sind, schützt Pfeiffer mit seinem Mobil nicht nur die Umwelt, sondern spart bares Geld: Auf 100 Kilometern Wegstrecke verzehrt der Motor durchschnittlich 4 bis 4,5 Kilowattstunden, unter dem Strich also weniger als einen Euro.
Für den Besitzer aus Uelde ist letzteres aber nicht einmal der entscheidende Punkt. „Mir geht es um den Umweltschutz“, so Pfeiffer. Und statt eines Kennzeichens an seiner Front trägt das Elektromobil darum seinen Leitspruch vorweg: „CO2 - Es geht auch ohne“. Denn wo ein Motor keinen fossilen Brennstoff braucht, entsteht auch kein Kohlenstoffdioxid.

Als Tankstelle reicht eine Außensteckdose

Dazu gesellt sich die Freude am Fahren. „Es ist eine Mischung zwischen Fahrrad und Pkw. Man ist näher an der Straße als in einem Auto“, beschreibt Pfeiffer die Fahrten in dem fast lautlos rollenden Mobil, das neben der Bremse mit einem Pedal für die Geschwindigkeit auskommt. Bis zu 70 km/h könnte das Elektromobil theoretisch fahren. „Aber selbst mit meinem auf 45 km/h gedrosselten, spritzigen Leichtgewicht kann ich im Stadtverkehr absolut mithalten“, so der Umweltfreund, der sich aber - ob es nun an der Geringschätzung seines Gefährst durch die anderen oder deren Egoismus lag - auch schon über manch genommene Vorfahrt oder überflüssiges Überholmanöver ärgern musste.
Kein Hindernis stellt für Pfeiffer hingegen die Reichweite des Gefährts dar, die mit den aktuellen Batterien bei rund 60 Kilometern liegt. Ein Problem, das die findigen Elektro-Freunde mittels eines allerdings noch ausbaufähigen „Tankstellennetzes“ lösen. Wohlgemerkt: Eine Tankstelle besteht dabei einfach aus den E-Mobilfreunden frei zugänglichen Außensteckdosen. Ein längerer Ausflug muss darum zwar entsprechend geplant werden, aber auch so schaffte es zuletzt schon ein Besucher aus der Schweiz zum E-Mobil-Treffen in Rietberg.
Und wie muss man sich den typischen E-Mobil-Fahrer vorstellen? „Die meisten Fahrer sind eher konservativ. Es gibt nur wenige Freaks“, berichtet Pfeiffer und zerstreut damit Vorurteile. Pfeiffer selbst nutzt das E-Mobil, das über einen kleinen Kofferraum und eine Heizung verfügt, noch als typischen Zweitwagen. Seinen „richtigen“ Pkw hat er erst einmal in diesem Jahr betankt.
Der Uelder hofft, dass künftig Elektroautos serienproduziert werden können, denn noch treibt die Fertigung von Hand den Preis in die Höhe. Dazu müsse sich in Deutschland aber wohl erst die Einstellung zu Elektroautos grundsätzlich ändern, so Pfeiffer. So seien in Frankreich verschiedene Hersteller subventioniert worden, und in Norwegen seien die Fahrzeuge inzwischen Pkw-ähnlich. Der Hersteller habe aber in Deutschland keine Absatzmöglichkeiten gesehen.