Meine City-El Geschichte, Teil 9
Pleiten, Pech und Pannen
Mein El: Achse gebrochen,
neue Achse mit Kettenantrieb und Kettenkasten
eingebaut.
Bernds El: Lenkung defekt
Freitag, den 03.03.2006:
jetzt hat mich bei km-Stand
23.300 km auch das noch erwischt:
Auf dem Heimweg am Freitag, 4 km von zu Hause, ein Krach aus dem Motorraum,
Qualm steigt hinter mir auf und mitten in einer Kurve auf einer stark befahrenen
Landstraße zischen Gütersloh und Rietberg stand mein City-El.
Warndreieck vor der Kurve aufgestellt, Warnweste an und erst mal versucht das El
von der Straße zu schieben. Ging nicht. Motorraum geöffnet und da sah ich den
Schlamassel. Der Motor hing schief und ich sah die Ursache: die Achse war
gebrochen.
Jetzt war mir klar, woher die Schleifgeräusche kamen und das leichte Eiern des
Motorblocks kam, das ich schon seit Wochen festgestellt hatte.
Bernd und Axel 's Vater holten mich mit meinem Anhänger ab. Wir brachten ihn auf
Axels Angebot hin zu ihm in die Garage und Bernd und ich bauten sofort den Motor
aus.
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hier sieht man die "Soll-"bruchstelle,
verursacht durch den eingesetzten Keil |
Motor von hinten oben
gesehen mit Originalantrieb und dem linken |
Die Achse war an der Riemenscheibe durchgebrochen. Die frische Bruchstelle war
aber nur über die Hälfte der Achse, die andere Hälfte des Bruchs war alt.
Vorschaden !!!!!! Der Qualm war vom Reifenabrieb im Radkasten entstanden.
Jetzt steht er bei Axel und wir müssen Bestandsaufnahme machen, Ersatzteile
bestellen.
Das erledigt Axel am Montagmorgen und schon am Dienstag, den 07.03.2006 ist
die Achse da. Super schnelle Lieferung von City-Com. Der Preis: 220 Euros !!!
Wir sehen uns das jetzt genauer an und ich beschließe, dass wir einen
Kettenantrieb einbauen. Axel besteht darauf, als Maximum 12/70 einzubauen, da
eigentlich bei 11/70 der Wirkungsgrad des Motors am besten und der Verbrauch am
geringsten ist (hatten sie schon bei Bernds El getestet). Außerdem soll der
Antrieb in einen geschlossenen Kettenkasten eingebaut werden, stabil genug, dass
sich nichts mehr bewegt, was sich nicht bewegen soll. In mein El kommt jetzt der
Prototyp des Kettenkastens hinein.
Zunächst den Motor von der alten Achse und auf die neue Achse drauf, Dabei
vorsichtig die Kugellager auf die Achse geschlagen und in das Motorgehäuse
gepresst. Dabei ist viel Feingefühl und Axels Erfahrung nötig.

Dann nehme ich Maß an dem alten Kettenblech und fertige eine Schablone für die Seitenteile des neuen Kettenkastens. Damit überprüfe im El von Bernd. Der Abend ging zu Ende, eh man sich versah.
Am Samstag, den 11.03.2005,
geht's weiter. Nach meinem Nachtdienst fuhr ich zu Axel. Zunächst besorgen
wir Teroson. Wir schneiden mit der Stichsäge die beiden Seitenteile aus 5mm
Aluplatten aus, übertragen die Bohrungen und Axel fertigt 3 Abstandshalter
von 40mm, die zwischen die Bleche geschraubt werden. Bernd kommt gegen Mittag
Auf der Innenseite der Bleche und auf dem Zahnkranz kleben wir 3mm Teroson. Dann
biegen wir die äußere Umrandung des Kettenkastens und fügen die Teile zusammen
Dazu wird die umlaufende Abdeckung aus 3mm Alu auf die beiden Seitenteile mit
3mm Imbus-Schrauben befestigt.
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Axel beim Bohren der Löcher und schneiden der Gewinde |
Bernd beim Schneiden der Teroson-Platten |
Sägen, Schleifen, Feilen, Bohren,
Gewinde schneiden, Hämmern, Drehen, Schweißen,
Zusammenfügen, Anpassen.
Endlich, um 17.00 Uhr sind Motor, Zahnkränze, Kette und Kettenkasten auf der
Achse montiert.
Wir schrauben die Blattfedern mit dem
Stabilisator und Stoßdämpfer ab,
heben von unten die gesamte Achs-/Motoreinheit in den Motorraum und nach einer
Stunde sitzt die Antriebseinheit an ihrem Platz.
Beim Einfedern dann der Schreck: Der Kettenkasten ist zu groß und schrubbt beim
Einfedern an der Trennwand zum Trafokasten.
Alles
wieder raus. Eine halbe Stunde Die Enttäuschung sitzt tief. Ich sah mich
schon mit dem El wieder nach Hause fahren, hatte meine Hélène nachmittags schon
nach Hause geschickt und nun. Ich bin sauer auf mich, wollte der Kette genug
Platz geben.
Für heute ist Schluss, Bernd nimmt mich mit nach Hause. Sonntag ist Ruhetag.
Dachte ich ... Mein Sohn fragt mich abends, ob ich Zeit hätte, mit ihm
einen Laptopkühler zu basteln. Natürlich habe ich Zeit ! Sonntag wird die Garage
aufgeräumt, eine Zugvorrichtung für das Autodachzelt an der Garagendecke
befestigt und ein Laptopkühler gebaut.
Am Dienstag, den 14.03.2005,
nehme ich mein nachtdienstfrei und fahre um 09.00 Uhr zu Axel.
Zwischenzeitlich war ein 6V/14A Ladegerät von Wotan und ein 40-60V/40A Ladegerät
von E-Bay eingetroffen, die hatte ich mitgenommen. Während Axel sich daran
machte, das große Ladegerät mit Kabeln und Steckern für die hohen Ladeströme zu
versehen und das Gerät auf 50,4 V Ladeendspannung einstellt, schneide ich die
Seitenteile des Kettenkastens hinten um 1 cm kürzer und passe das
umlaufende Teil an. Vor dem Mittagessen werden wir fertig.
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eingelötetes Kabel mit Hochstromstecker Originalstecker |
230-Volt Gerätesteckeranschluss |
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Kettenkasten von der Seite des Antriebsrades |
Kettenkasten von unten zum Batteriekorb |
Bernd kommt zwischenzeitlich mit 2 City-El (Serie 2 und Serie 3) an, die er in Süddeutschland gekauft hat. Die werden erst mal abgeladen.
Nach
dem Essen kommt Timo dazu und wir bauen zu dritt die Antriebseinheit ein. Wir
sind schnell, eine halbe Stunde. Test, nichts schleift. Also Batterien eingebaut
und Kabel angeschlossen. Axel hat denn noch die Motorkabel angeschlossen und den
Drehzahlfühler für die Geschwindigkeit justiert. Nicht den Originalmagnet-Fühler sondern einen
elektronischen, der auf die in den Zahnkranz geschraubten Schraubenköpfe
reagiert. Dazu baut er noch schnell eine Schaltung von "pnp" zu "npn" (was auch
immer das heißen mag) es funktioniert jedenfalls.
Dann wird der City-El im aufgebockten Zustand getestet. Mit turbinenartigem
Geräusch setzen sich die Räder in Bewegung.

Um 17.00 Uhr, nach 11 Tagen, ist es wieder fahrbereit . Alle
stehen um das El herum und wollen Probe fahren.
Das El läuft, macht hörbar mehr Kracht, aber fährt nun mit Winterreifen sogar 60
km/h. Ein Kunde von Axel,der gerade
anwesend ist und auch fahren darf, bestellt sofort bei ihm ein gebrauchtes El
!!!!!
Ab morgen fahre ich wieder regelmäßig damit zur Arbeit.
Noch Mals vielen Dank an Bernd, Axel und seinen Vater für die schnelle Pannenhilfe.
Vielen Dank an Bernd und Axel, die sich viel Zeit genommen haben, mir zu helfen
das El wieder flott zu bekommen
und an meine Hélène, die manchen Abend mit viel Geduld auf mich warten musste.
Am Mittwoch, den 15.03.2006,
fahre ich nach der Arbeit noch bei Axel vorbei, treffe aber nur Bernd an,
der mit gesenktem Kopf an seinem City-El steht:
die Lenkung funktioniert nicht mehr.
Ich kann heute nicht schrauben helfen, und Bernd will erst einmal das Kegelhaus
abnehmen.
Um 22.30 Uhr kommt er bei mir vorbei, um den Anhänger wieder zu bringen und
erzählt, dass er
den Fehler schon gefunden hat. Das Kronrad hatte einen Zahn eingebüßt. Das Ersatzteil wird Bernd einem
der alten El der 1-er -Serie entnehmen, die er noch
zu Hause stehen hat.
Am Donnerstag hat er es schon wieder fit, er hat gleich die ganze
Vorderradeinheit ausgetauscht und nur den Bremssattel mit den Bremsen gelassen.

Am Donnerstag, 16.03.2006,
kam ich vom Einkaufen zurück. Meine Ohren sind auf Fremdgeräusche ja nun
trainiert.
50 m vor unserer Einfahrt ein metallisches Klirren hinter mir.
"Schei....... e!!!! Was ist da schon wieder los?"
Lampe aus der Garage und von hinten unter das El geguckt. Erleichtert
holte ich den Schraubenzieher aus der Garage und schraube die Hupe wieder an,
die am Kabel auf dem Boden hinterher geschleift wurde. Die Schraube hatte sich
gelockert.
Wenn nur alle Defekte so schnell zu beheben wären ........!
So, und am nächsten Sonntag ist das
Sechste Ostwestfälische City-El Treffen mitgemeinsamer (kleiner) Ausfahrt
an dem hoffentlich alle mit heilen Els teilnehmen können.